Mittwoch, 26. Juni 2019

Notruf Feuerwehr: 112

Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Oelsa

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In vielen Städten und Dörfern wurden Ende des 19. Jhd. Freiwillige Feuerwehren gegründet. So auch in der Stadt Rabenau (1875) und in Possendorf (1876). Die Oelsaer Gemeinderäte nahmen sich mit der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr Zeit, sehr viel Zeit.


Die königl. Amtshauptmannschaft ersuchte mehrmals den Gemeinderat Großölsa, die Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr vorzunehmen. Da die beiden Gemeinden Großölsa und Kleinölsa eigenständige Ortschaften waren und sich erst 1926 zur Gemeinde Oelsa zusammenschlossen, gestaltete sich die Gründung einer Feuerwehr als keine leichte Aufgabe.
Am 12.6.1922 war es dann soweit. Die Gemeinderäte von Groß- und Kleinölsa trafen sich zur Gründung einer gemeinsamen Freiwilligen Feuerwehr und der Bildung eines Verbandes für das gesamte Feuerlöschwesen.
Die Funktion des Wehrleiters übernahm der Kantor und Oberlehrer Walter Richter.


Am 28.06.1922 fand dann die erste Übung der neugegründeten Wehr mit 35 Kameraden auf dem Fabrikgelände der Fa. Schneider statt.
Zur Ausrüstung der Wehr gehörten anfänglich die Pferdespritze Gross-Oelsa von 1886 und ein Schlauchwagen. Der Pflichtfeuerwehr, welche weiterhin bis 1940 bestand, wurde die Kleinölsaer Handdruckspritze von 1887 überlassen.

 Handdruckspritze(4)

Handdruckspritze

der Gemeinde Gross-Oelsa

Baujahr: 1886

 

Die Wehr besteht anfangs aus einem Spritzenzug. Zur ersten Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr am 19.07.1922, wird ein Steigerzug, bestehend aus 8 Mann, ins Leben gerufen. Auch eine Feuerwehrkapelle bestand in den ersten Jahren und begleitete die Kameraden bei vielen Veranstaltungen.
Nach vielen Übungsstunden, legte die junge Wehr am 10.12.1922 erfolgreich die Prüfung zur Aufnahme in den Kreisfeuerwehrverband Dippoldiswalde ab.

In den 1920ger Jahren wird ein neues Gerätehaus mit Steigerturm und Übungsplatz auf der ehemaligen Badewiese in Oelsa, dem heutigem Feuerwehrplatz gebaut. 1932 wird es dann noch einmal erweitert.
Ihre Bewährungsprobe hatten die Kameraden dann am 14.02.1923 bei einem Wohnhausbrand in Obernaundorf. Die Wehr rückt als erste auswärtige an und erhält die Prämie der Bezirksversicherungskammer.

Diesem ersten Einsatz folgen noch viele weitere, das Protokollbuch der Wehr berichtet u.a. über folgende Brände:

  • „6. Juli 1926. Die Wehr rückte mit der Spritze am 6. Juli nachmittags 3.00 Uhr zum Feuer nach Rabenau. Es war das Böhm´sche Wohnhaus, welches durch Blitzschlag in Brand geraten war. Wir waren als erste auswärtige Wehr zur Stelle.“
  • „18. August 1926. Früh gegen 10 Uhr wurde die gefüllte Scheune des Däberitzschen Gutes, hier, durch Blitzschlag in Brand gesetzt. Als erste auswärtige Wehr rückte die Rabenauer Motorspritze 10.33 Uhr an, 10.38 gab sie das erste Wasser. Die zweite Spritze war die Börnch´ner Pflichtfeuerwehr 10.43, 10.48 gab sie das erste Wasser. Nach dem kam noch die Wendisch-Carsdorfer Spritze, welche aber nicht eingesetzt werden brauchte. Gegen 1 Uhr rückten die auswärtigen Wehren wieder ab. Unsere Wehr hatte mit den Lösch- und Aufräumungsarbeiten den ganzen Tag zu tun. In der Nacht blieb eine 5 Mann starke Bewachung mit Spritze am Brandplatz.“
  • „3. Januar 1931. Früh ¾ 4 Uhr wurde die Wehr alarmiert zum Brande nach Obernaundorf, das Wirtschaftsgebäude und Scheune von Kurt Köhler stand in Flammen. Ankunft 4.03 Uhr in Obernaundorf, eingerückt ½ 7 Uhr.
    Die Wehr war als erste und einzige Handdruckspritze am Platze.“
  • „13. Februar 1931. Brand in der Schneidemühle von Clausnitzer und Hillig in Seifersdorf früh 7.00 Uhr. Dort war im Trockenraum Feuer ausgebrochen. Die Wehr war als erste auswärtige zur Stelle und erhielt die erste Prämie. Eingerückt gegen 10 Uhr.“
  • „Am 28. Mai 1934 - ½ 3 Uhr nachmittags - wurde die Feuerwehr zu einem Brand im Illgenschen Kesselhaus (damals Oelsaer Schneidemühle) gerufen. Neun Kameraden unter Leitung von Kamerad Zugführer Hamann bekämpften das Feuer erfolgreich.“
  • „Am Freitag, den 12.7.1935, wurde die Wehr zu ernster Arbeit in die „Linde“ (Gasthof in Oelsa) gerufen. Gegen ½ 12 Uhr mittags brach ein Dachstuhlbrand aus, der von der Wehr dank der umsichtigen Leitung ihres Hauptmanns Lotze auf den Dachstuhl nach ½ stündiger Arbeit beschränkt werden konnte...“

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